Omans Schätze

 

Die Grabstätten von Bat zählen zum Weltkulturerbe

Kulturerbe der Menschheit

Wer in Oman unterwegs ist, hat ständig das Gefühl, spektakulärem Kulturgut der Menschheit zu begegnen. Einige Sehenswürdigkeiten lassen sich bereits auf der Schutzliste der UNESCO finden.

Wasser und Weihrauch

Während die Oasen und Felder der Nachbarländer einst durch sporadische Regenfälle oder aus Zisternen bewässert wurden, verfügte Oman frühzeitig über ein ausgeklügeltes System der Wasserversorgung: Aus Quellen, Brunnen und Wadis wurden Menschen, Tiere und Felder wahrscheinlich schon um 2.500 v. u. Z. über bis zu zwölf Kilometer lange Kanäle, Viadukte oder Tunnel das ganze Jahr hindurch mit dem kostbarenNass versorgt. Für die UNESCO Grund genug, die omanischen Afl aj (als Singular: Falaj – was so viel bedeutet wie „gerecht verteilen“) im Jahr 2006 auf die Liste des Weltkulturerbes zu setzen. Exemplarisch dafür ausgewählt wurden die Systeme von Nizwa, Birkat, Al Mauz, Izki, Rustaq undAl Jailah – wobei heute sogar noch zwei Drittel der landesweit insgesamt 4.000 Aflaj-Systeme genutzt werden. Ebenfalls gleich auf mehrere Stätten verteilt sich das Weltkulturerbe der Weihrauchstraße. Über diese legendäre Verbindung gelangte das wohlriechende Baumharz aus Dhofar einst mit Karawanen bis an das Mittelmeer. Die alten Weihrauchbäume am Jabal Samhan finden sich seit dem Jahr 2000 ebenso auf der Schutzliste der UNESCO wie die Umschlagplätze Khor Rori und Ubar bei Shisr oder die antiken Hafenanlagen von Al Baleed und Samhuram. Heute werden jährlich immerhin noch 7.000 Tonnen Weihrauch produziert, wobei sich ein Kilogramm des einstigen „Goldes der Antike“ in den Souks schon ab 5 Euro erstehen lässt. Grüner Weihrauch indes kann sogar bis zu 1.000 Euro erzielen.

Bauwerke aus Lehm und Felsplatten

Die Festung Hisn Tamah von Bahla wurde –trotz des verfallenen Zustands dieser Trutzburg – 1987 zum Weltkulturerbe gekürt, denn es handelt sich dabei immerhin um die größte Lehmfestung des Landes. Die gesamte Oase wird von einer zwölf Kilometer langen und bis zu fünf Meter hohen Mauer umschlossen, die mit 132 imposanten Wehrtürmen und 15 Toren bestückt ist. Bereits seit 20 Jahren wird die aus vorislamischer Zeit stammende Verteidigungsanlage restauriert, wobei sich das Ende der Arbeiten wohl kaum vorhersagen lässt. Keine Hand gerührt wird hingegen an den Bienenkorbgräbern von Bat und Al Ain in der Region Al Dhahirah, die sich seit 1988 auf der Schutzliste des Weltkulturerbes finden: Die herunter gefallenen, grob bearbeiteten Felsplatten der bis zu 5.000 Jahre alten und einst an die acht Meter hohen Grabtürme werden einfach dort liegen gelassen, wo sie im Lauf der Jahrhunderte gelandet sind.

Teil eines Falaj-Systems

Vegetation in der Wüste