Omanische Küche

 

Orientalische Gewürze, omanische Vorspeisen, traditionelle Kaffeekanne

Kulinarische Vielfalt

Über Jahrhunderte mit Zutaten aus aller Welt verfeinert, verspricht die landestypische Kost eine breite Variation, aber auch viel Handarbeit: Wer stilgerecht speisen möchte, sollte direkt mit den Fingern zugreifen.

Speisen mit Fingerspitzengefühl

Grundlage einer typischen Mahlzeit bilden Reis und im Holzofen gebackenes Fladenbrot, das als Chubs oder auch Japati bezeichnet wird. Dazu werden als fleischliche Beilagen Huhn, Ziege, Lamm, Rind oder Fisch gereicht. Vorspeisen gelten als fester Bestandteil einer jeden Mahlzeit und kommen in kleinen Portionen auf den Tisch: sauer eingelegtes Gemüse etwa, Kichererbsenpuree (Houmus), frittierte Kichererbsenballe (Falafel), kleingeschnittener Salat (Tabuleh) oder auch purierte Auberginen (Mutabbal). Wer sich stilgerecht an omanischem Essen versuchen möchte, sollte nur die rechte Hand benutzen, da die linke als unrein gilt. Der Reis muss mit seinen Beilagen zu handlichen Klumpen geformt werden, bevor diese – auf den Fingerspitzen liegend – mit dem Daumen in den Mund geschoben werden… Ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig, aber durchaus wohlschmeckend, ist der omanische Kaffee. Er nennt sich Qahwa und hat als magisches Getränk schon seit ewigen Zeiten Freunde und Fremde zusammen geführt. Aufgekocht aus frisch gerosteten Kaffeebohnen und in Miniaturschalchen serviert, werden ihm nicht nur Kardamon oder Safran beigemischt, sondern zuweilen sogar auch etwas Rosenwasser. Dazu munden je nach Geschmack – und quasi als Alternative zum Zucker – süße Datteln.

Kosmopolitische Köstlichkeiten

Diese erlesene Spezialität gibt es nur zu ganz besonderen Anlässen, aber für Urlauber mit viel Glück auch in einem guten Hotel. Denn die Zubereitung von Shuwa, wie das Nationalgericht der Omanis heißt, ist sehr aufwändig und erfordert geduldige 24 bis 48 Stunden: Fleischstücke oder sogar ein ganzes Tier werden in einer Marinade aus Dattelbrei, Essig, Pfeffer, Knoblauch und Bizar – einer landestypischen Würzmischung aus Pfeffer, Cumin, Ingwer, Koriander, Kardamon und Zimt – gewälzt und mit Bananenblättern umwickelt, um in einem abgedeckten Erdloch bei reichlich Feuerglut ganz gemächlich zu brutzeln.

So jedenfalls machten es einst auch schon die Beduinen und legten damit den Ursprung der omanischen Küche. Verfeinert wurde die Landeskost durch etliche Gewürze und Kräuter, die die Seefahrer später aus dem fernen Indien und Ostafrika mitbrachten sowie die Einflüsse der Gastarbeiter aus Asien und Europa, die der Gastronomie in Oman heute endgültig einen kosmopolitischen Charakter verleihen.