Seefahrerstadt Sur

 

Blick auf die legendäre Hafenkulisse

Heimat der Dhaus

An der Küste von Sharqiyah entfaltete sich das geschäftige Sur über Jahrhunderte als bedeutende Stadt der Seefahrt. Davon zeugt noch manches eindrucksvolle Überbleibsel der legendären Schiffsbaukunst.

Rote Dünen, blaues Meer

Bei der Anreise nach Sur wird bereits der Weg zum Ziel. Denn die rund 200 Kilometer lange Strecke von Muscat zur wichtigsten Stadt in der Region Al Sharqiyah präsentiert sich als neu erbaute, breite Panoramastraße. Sie ermöglicht herrliche Ausblicke auf die dramatische Bergwelt und das blaue Meer oder Zwischenstopps in bezaubernden Wadis und Oasen. Wer den Hafenort hingegen aus dem Landesinneren ansteuert, kann den legendären Frauenmarkt in Ibra besuchen oder das über abenteuerliche Pfade zu erreichende Labyrinth von Majlis al Jinn. Hier gibt es die zweitgrößte Höhlenkammer der Welt zu bestaunen und ganz in der Nähe um die 5.000 Jahre alte Grabtürme.

Zudem bieten sich Offroad-Abstecher in die Wahiba Sands an – wie die Ramlat Al Wahiba Wüste mit ihren bis zu 150 Meter hohen, rotgoldenen Sanddünen genannt wird. War Sur im 17. bis 19. Jahrhundert noch ein wichtiger Handelsplatz, so verlor es nach dem Ende des Sklavenhandels und der Eröffnung des Suezkanals an Bedeutung. Geblieben ist das Erbe des traditionellen Schiffbaus: Einst wurden hier – in reiner Handarbeit und ohne jegliches Metall –sogar die größten Dhau-Typen auf Kiel gelegt. Daran erinnern noch einige Werften, vor allem aber die 20 Meter lange „Fatah al Khair“: Vor fast 100 Jahren in Sur gebaut, wurde das elegante Schiff in einer engagierten Gemeinschaftsaktion restauriert und vor dem Maritime Museum aufgebockt.

Fangfrische Meeresspezialitäten

Stolz auf den größten Fischereihafen des Landes und ein dynamisches Wirtschaftswachstum schmiegt sich Sur an eine weitläufige Lagune. Der Meeresarm besitzt nur eine schmale Öffnung, zieht sich jedoch bis tief in das Hinterland hinein. Im Zentrum der aufstrebenden Stadt locken zahlreiche Restaurants mit Gerichten aus fangfrischen Meeresfrüchten – und wecken Lust auf einen Besuch des morgendlichen Fischmarkts, der den ganzen Reichtum der Küstengewässer offenbart. Schon längst nicht mehr im Kochtopf landen dagegen die seltenen Grünen Meeresschildkröten: Ihre Brutplätze am Strand von Ras al Jinz bei Sur erstrecken sich über 45 Kilometer und gehören zu den wichtigsten und am strengsten bewachten Naturschutzgebieten der Welt. Bis zu 400 der behäbigen Panzertiere landen hier pro Nacht an, um jeweils an die 120 tischtennisballgroße Eier im Sand zu verbuddeln – ein grandioses Schauspiel, dem Besucher bei behutsamen Führungen beiwohnen können.
 

Schiffsbaukunst

Historische Zeugen der Seefahrt

Fischer bei der Arbeit