Wüstenregion Al Wusta

 

Kamele in ungewohnter Umgebung

Refugium edler Tiere

Im unwirtlichen geographischen Herzen Omans machen sich die Menschen rar, was jedoch eine ideale Voraussetzung für zahlreiche Tierarten schafft, die das Wüstengebiet Al Wusta beleben – wie die scheue Oryx-Antilope.

Spießböcke als Naturschatz

Wer würde schon vermuten, dass der fast 300 Kilometer lange Küstenabschnitt der kargen Wüstenregion Al Wusta zu den abwechslungsreichsten des Sultanats zählt? Zwischen weißen Stränden, schwarzen Felsen, bläulichen Lagunen und zwei vorgelagerten Inselgruppen tummeln sich 13 Delfin- und Walarten, rosafarbene Flamingos oder etliche Arten See- und Zugvögel. Auch im Landesinneren findet sich weit mehr Leben, als es das monotone Gebiet zu ermöglichen scheint: Den nubischen Steinbock gibt es hier, die arabische Gazelle und den äthiopischen Igel, Wüstenluchse, Wölfe, Wildkatzen oder Kaninchen und als besonders prominenten Bewohner die weiße Oryx-Antilope. Dass die einst schon ausgerotteten Spießböcke hier nun wieder mit rund 300 Tieren heimisch wurden, ist einem ehrgeizigen Naturschutzprojekt von 1979 zu verdanken. Dessen Erfolge lassen sich in der Containersiedlung Jaalouni bestaunen, von wo Zucht, Schutz und Verbreitung koordiniert werden. Zuweilen sind die Wildhüter dabei behilfl ich, Besucher zu den scheuen weißen Wundertieren zu führen, die sich nur von trockenen Wüstengräsern ernähren und sogar länger ohne Wasser auskommen können als Kamele.

Metropole der Karawanen

Dass die Region Al Wusta das am spärlichsten besiedelte der acht omanischen Verwaltungsgebiete ist, bleibt bei der Durchquerung kaum verborgen. Über 1.000 Kilometer und meist schnurgerade durch die Geröll- und Schotterwüste führt die seit 1980 asphaltierte Straße von Muscat in das südliche Salalah. Fast nur Lkw oder die Arbeiter der Ölförderanlagen verkehren hier in der stets flimmernden Hitze. Auf halber Strecke liegend, bildet Haima den größten Ort dieser flachen Region, die – nach dem hier lebenden Stamm der Harasis – auch als Jiddat al Harasis bezeichnet wird. Bei der Siedlung Schisr glauben Archäologen, die legendäre, bereits in Koran und Bibel erwähnte Karawanen-Metropole Ubar wiederentdeckt zu haben. Als Grundlage dafür dienten Aufnahmen der Raumfähre Challenger, die unter dem Sand eine historische Handelsroute ermittelt hatten. Tatsächlich wurden hier seit Anfang der 1990-er und unter Aufsicht der UNESCO Überreste einer größeren Stadt ausgegraben. Einst sollen von diesem „Atlantis der Wüste“ Karawanen mit bis zu 2.000 Kamelen, Gewürzen, Kupfer und Weihrauch in Richtung Norden gestartet sein.

Faszination der unendlichen Wüste

Im Fokus einer grazilen Schönheit

Akazie auf kargem Grund