Alles im Fluss

Die Fahrt über den Singapore River gehört zum touristischen Pflichtprogramm – und dies nicht nur der malerischen Szenerie wegen, sondern auch aus historischen Gründen.

Still und blau liegt der Singapore River da, während das Holzboot leise durchs Wasser gleitet, vorbei an Restaurants, der Uferpromenade und lauschigen grünen Ecken, aber auch modernen Wolkenkratzern. Gerade mal drei Kilometer ist er lang – und dennoch gilt der Singapore River als Lebensader der Stadt. Zu Recht! Der stille kleine Fluss ist quasi die Keimzelle des Singapurs, das wir heute kennen.

In Anbetracht der entspannenden Atmosphäre ist es heute kaum mehr vorstellbar, welch quirliges Kommen und Gehen hier einst herrschte: Am Boat Quay, wo heute die Nachtschwär- mer eine kühle Brise am Fluss genießen, ankerten täglich Hunderte von Schiffen. Blitzschnell wurden die Boote be- und entladen und die Waren teils zum Clarke Quay transportiert, wo die Lagerhäuser standen.

Kautschuk, Seidenstoffe, Porzellan aus China, Reis und teure fernöstliche Gewürze wurden – unter anderem – in der Löwenstadt umgeschlagen und auf den Weg nach Europa geschickt. Noch bis in die 1950er blieb der Singapore River der Handelsplatz schlechthin. Dann wurde der Container-Hafen erweitert und am Fluss kehrte Stille ein.

1983 schließlich begann die große „Reinigung“ des Singapore Rivers, die historischen Shophouses an seinen Ufern ließ die Stadt zu großen Teilen unter Denkmalschutz stellen und das Wasser aufwendig säubern. Seither sind nicht nur die Grundstücke am Singapore River wieder heiß begehrt, sondern auch die Quays rechts und links des Flusses: Längst haben sie sich zu einer beliebten Nightlife-Adresse entwickelt: Die ehemaligen Lagerhäuser beherbergen nun Spitzenrestaurants und zahlreiche Bars.

                                    

 

Die Singapore River Cruises (www.rivercruise.com.sg) schippern mit ihren „Bumboats“ und River Taxis von neun bis 23 Uhr in beide Richtungen über den Fluss, Einstiegsstellen gibt es zum Beispiel an der Raffles Landing Site, am Boat Quay und am Clarke Quay. Besonders spektakulär ist die Fahrt übrigens abends, wenn die Ufer in allen Farben erstrahlen.