Der Singapur Knigge

Können sich vier große Kulturen auf einen Verhaltenskodex einigen? Jenseits der Herkunftskulturen gibt es eine Reihe grundlegender Umgangsformen, über die sich alle Singapurer einig sind.

So viele unterschiedliche Lebensweisen auf engem Raum – da wundert es nicht, dass sich die Singapurer tolerant zeigen, wenn es um kulturelle Unterschiede geht. Auch dem ausländischen Besucher werden kleine Fauxpas daher gerne verziehen. Wer die folgenden Regeln beachtet, kann nicht mehr viel falsch machen:

 

Egal ob in chinesisch-stämmigen, malaiischen oder indischen Kreisen: Eine gewisse Zurückhaltung ist immer richtig. Die eigene Person oder das eigene Können in den Vordergrund zu stellen, wirkt in Singapur eher befremdlich. Besser, man orientiert sich am britischen Understatement.

 

Religion ist keine Diskussionsfrage. In kulturell gemischten Runden, zum Beispiel im Restaurant, werden selbstverständlich die religiösen NahrungsmittelTabus der Teilnehmer beachtet.

 

Egal ob an der roten Ampel, beim Schlange stehen oder im Naturschutzgebiet: Die meisten Singapurer beachten die Regeln und erwarten dies auch von Besuchern. Gleiches gilt für den Umgang mit Abfall: Zigarettenkippen und anderen Müll sollte man unbedingt im Abfalleimer entsorgen.
 

Pünktlichkeit ist in Singapur selbstverständlich, zumal die öffentlichen Verkehrsmittel es auch sind. Termine werden üblicherweise einige Tage vorher rückbestätigt.


Gelassenheit und Freundlichkeit führt in Singapur eleganter zum Ziel als Wutschnauben und laute Diskussionen. Mit einem Lächeln lassen sich Unstimmigkeiten fast immer aus dem Weg räumen.

 

Die linke Hand ist in vielen Kulturen tabu, denn sie gilt als unrein. So wäre es ungeschickt, gegenüber Indern, Moslems oder Malaien die linke Hand beim Essen oder bei der Begrüßung zu benutzen.

 

Trinkgelder sind in Singapur unüblich. Im Kampf gegen die Korruption ist Singapur vorbildlich: Laut dem Corruption Perception Index 2014 steht der Stadtstaat weltweit an siebt-bester Stelle. Trinkgelder und Zuwendungen an offizielle Stellen, auch in geringem Umfang, sind daher nicht gerne gesehen.