Kultur à la Singapur

Alles nur Shoppen und Schlemmen? Von wegen! Längst hat sich Singapur auch in Sachen Kultur einen Namen gemacht.


Hunderte von Theater-, Musik- und Tanzgruppen, Galerien, Lesungen, cinematografische Vorführungen und vieles mehr: Der Blick in die Singapurer Veranstaltungsmagazine zeigt eine eindrucksvolle kulturelle Vielfalt. Jährlich wächst die Zahl der Kunstschaffenden – und damit auch das Angebot für den Besucher. Rein statistisch gibt es jeden Tag 22 Aufführungen und 44 Ausstellungen – auch anspruchsvolle Geister werden daher bei diesem Angebot mühelos fündig, zumal ein Großteil der Veranstaltungen auf Englisch stattfindet. Diese Fülle an Kultur ist nicht ohne Grund, denn mehr als eine Milliarde US-Dollar wurden von staatlicher Seite in den letzten 20 Jahren im kulturellen Bereich investiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Veranstaltungsorte wie das Esplanade-Theatres on the Bay, die Gastspiele auf Weltniveau ermöglichen, sind genauso dabei wie kleine Galerien lokaler Künstler. Diverse Festivals bieten zudem rund ums Jahr ein buntes Programm: Die Event-Palette reicht vom Singapore International Film Festival (www.sgiff.com) oder dem Da:ns Festival (www.dansfestival.com) bis zum Singapore Night Festival (www.brasbasahbugis.sg/SNFPortal/) oder dem Singapore Buskers Festival (http://buskers.sentosa.com.sg), das Akrobaten, Magiern, Jongleuren und anderen Straßenkünstlern eine Bühne bietet, um nur einige zu nennen. Musiker finden in Singapur ebenfalls ein dankbares Publikum: Dank der regen Nightlife-Szene gibt es mehr als genug Auftrittsmöglichkeiten.

 

Singapur im Bilde

Liebhaber der bildenden Künste sollten unbedingt die Gillman Barracks (www.gillmanbarracks.com) besuchen: Auf dem Gelände der ehemaligen britischen Kasernen haben sich eine ganze Reihe moderner Galerien niedergelassen. Viele von ihnen zeigen vor allem südostasiatische Künstler wie die Galerien Future Perfect, The Drawing Room oder Ota Fine Arts. Ein weiteres Kunstzentrum hat sich in den ehemaligen Lagerhallen des Tanjong Pagar Distripark gebildet: Kleine aber feine Ausstellungen wie die Ikkan Art Gallery (www.ikkan-art.com) zeigen, dass Singapur mehr kann als nur Mainstream. Nicht zuletzt gehört auch das Goodman Arts Centre (www.goodmanartscentre.sg) auf die touristische To-Do-Liste: Regelmäßige „Open House“-Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, selbst künstlerisch tätig zu werden. 

 

Erklär mir die Welt: Singapurs Museen

Sie sind nicht nur liebevoll gestaltet, sie erhalten auch großzügige staatliche Unterstützung und bieten neben den eigenen Sammlungen rund ums Jahr hochkarätige Wanderausstellungen. Sie alle zu sehen, dürfte zeitlich kaum möglich sein: Allein 54 staatliche Museen gibt es, die vielen privaten Initiativen und Sammlungen gar nicht erst mitgezählt. Zu den Klassikern zählen das Singapore Art Museum und das National Museum of Singapore sowie der Newcomer Art Science Museum an der Bayfront Avenue. Letzteres ist schon der Architektur wegen einen Besuch wert: Wie eine gigantische Hand streckt das Gebäude zehn Finger gen Himmel, an deren Spitze jeweils ein Fenster zur Beleuchtung der Exponate platziert wurde. 

 

The Show goes on

Multi-Kulti ist Programm in Singapur. Sprichwörtlich, denn gerade die Theater-Szene profitiert von der kulturellen Vielfalt: Theatergruppen wie The Theater Practice, Theater Ekamatra und Toy Factory Productions spielen selbstverständlich mehrsprachig. Auch Truppen wie W!ld Rice (www.wildrice.com.sg) und Pangdemonium (www.pangdemonium.com) haben sich längst mit Kultur-übergreifenden Programmen weit über Singapur hinaus einen Namen gemacht.

 

Stylish Singapur

Was wenige wissen: In Sachen Innenarchitektur und Design liegt Singapur international weit vorne. Restaurants, Hotels, Bars und andere öffentliche Plätze legen großen Wert auf das richtige Ambiente und ersinnen dabei allerhand unkonventionelle Arrangements. Wer lieber auf die Jagd nach Design-Souvenirs geht, ist im Red Dot Design Museum richtig. Hier werden nicht nur die Gewinner des gleichnamigen Design-Awards ausgestellt: einmal im Monat zieht der Design-Flohmarkt MAAD (Market of Artists And Designers) Sammler aus ganz Südostasien an.

 
Die auffällige Bauweise und Gestaltung des Art Science Museums ist einer geöffneten Lotusblume nachempfunden.