Singapurs grüne Welle

 

 

Schon der erste Blick auf den Stadtplan verrät: Singapur ist eine grüne Stadt. Zahlreiche Parks, Naturschutzgebiete und viele innovative Architektur-Konzepte sorgen dafür, dass die Metropole zu einer der lebenswertesten Asiens zählt.

Es zwitschert und raschelt im dichten Laub, hier und da verströmen tropische Blumen einen betörenden Duft, während Luftwurzeln über dem Weg baumeln: Typisch Dschungel, sollte man meinen! Doch das Areal der Gardens by the Bay liegt mitten in Singapur – und ist der wahrscheinlich futuristischste Park der Welt. Auf bis zu 50 Meter hohen „Supertrees“ ragen hier Vertikalgärten der Superlative mit tropischen Kletterpflanzen und Farnen gen Himmel. Die Beton-Stahlkonstruktionen sind jedoch nicht nur schön anzusehen, sie sind
auch die perfekte Fusion von Natur und Technologie, denn gleichzeitig sammeln die Bäume Regenwasser und Solarenergie für die Versorgung und Beleuchtung des Parks sowie der beiden Gewächshäuser. In der Nacht erwachen sie durch Lichteffekte und Mediaprojektionen zum Leben.

Doch dies sind längst nicht die einzigen grünen Attraktionen: Rund 1,3 Millionen Bäume säumen die Straßen Singapurs, die Hälfte der Landfläche ist nicht nur unbebaut, sondern auch begrünt und teilweise sogar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das älteste von ihnen, das 164 Hektar große Dschungelgebiet Bukit Timah, ragt 163 Meter aus der Insel heraus, umgeben von Ausfallstraßen, Wohnvierteln und Einkaufszentren. Bereits 1883, noch zu Kolonialzeiten, wurde es zum Naturreservat erhoben, denn es galt und gilt als exzellentes Naherholungsgebiet mit „bester Luftqualität“. Heute dient das Areal lokalen Freizeitsportlern als Trekking-Strecke, Schulklassen als Anschauungsunterricht und Touristen als echte Dschungelerfahrung: Hier trifft der Besucher nicht nur auf zahlreiche Warane, Affen, Lemuren und manchmal sogar auf Ameisenbären, sondern auch auf mehr Pflanzen-Spezies als in ganz Nordamerika. 

Ähnlich artenreich ist auch das Feuchtgebiet Sungei Buloh Wetland Reserve im Norden der Stadt: Auf 130 Hektar Fläche leben nicht nur viele einheimische Tierarten. Das Naturschutzgebiet ist auch eine wichtige Station für mehr als 125 Arten von Zugvögeln. Auch das Central Catchment Nature Reserve, der Bukit Batok Nature Park und zahlreiche andere Naturschutzgebiete schaffen die Möglichkeit, mitten in Singapur geradezu einsam zu wandern. Zahmer geht es auf den Southern Ridges zu: Neun Kilometer Pfade und Brücken führen vom Mount Faber, Singapurs grandiosem Ausblick über den Hafen und die Küste, bis zu den Hügeln des West Coast Parks. Logisch, dass alle diese Gebiete nicht nur geschützt, sondern auch mit Wegen und Karten gut erschlossen sind. Wer in Singapur das echte Naturerlebnis sucht, darf sich über ausführliches Infomaterial freuen, wie es beispielsweise auf den Seiten des National Parks Board zu finden ist.

Neben diesen Inseln der Wildnis zeigt sich Singapur jedoch auch in der Gartengestaltung ganz vorne: Von der mehr als 150 Jahre alten Idylle des Botanischen Gartens, der nun sogar zu den UNESCO Welterbestätten zählt, bis zum Jurong Bird Park oder dem East Coast Park bieten sich zahlreiche Gelegenheiten, im Grünen zu entspannen. Dies gilt auch für den international gelobten Singapurer Zoo, der einer der ersten weltweit war, der in den 1960er Jahren ein „open concept“ umsetzte und die Tiere lediglich durch natürliche Barrieren
vom Besucher trennte. Insgesamt zählt das National Parks Board 300 Parks in Singapur!

Dennoch hat Singapur auch weiterhin ehrgeizige Umweltziele: Bis 2020 soll die Grünfläche noch einmal um mindestens ein Viertel wachsen, denn es geht nicht nur um grüne Naherholungsmöglichkeiten: Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielen in Singapur eine große Rolle. Damit es nicht nur bei Worten bleibt, bündelt der Singapore Green Plan des Singapurer Umweltministeriums die Nachhaltigkeitsbestrebungen und Planung zu einem langfristigen Programm. Kein Wunder, dass Singapur im Asian Green Index zur umweltfreundlichsten Stadt Asiens erklärt wurde.

Dies macht sich nicht nur bei Luft- und Wasserqualität bemerkbar, sondern auch in Singapurs architektonischer Gestaltung. Längst hat sich die Stadt den Dschungel wieder direkt vor die Haustür geholt und zwar sprichwörtlich: Mehr als 65.000 Quadratmeter Dächer und Fassaden wurden bereits begrünt. Das wahrscheinlich spektakulärste Exemplar steht in der Pickering Road am Rande Chinatowns: Auf mehr als 15.000 Quadratmetern verwandelt sich die Außenfläche des Parkroyal Hotels in ein Dschungelbiotop inklusive Pools und
Wasserfällen. Mit der Green Urbanscape Asia veranstaltet Singapur sogar eine eigene Messe zum Thema Gebäudebegrünung. Für den Besucher bedeuten all diese grünen Bestrebungen jedoch vor allem eines: Die nächste Möglichkeit, unter Bäumen auszuspannen, liegt immer nur einige Straßenzüge entfernt.

Video "Parkour in Singapore"


DAS GRÜNE SINGAPUR IM WEB
 

   
   
Hier können Sie schon einmal vorausspazieren:


   Gardens by the Bay: www.gardensbythebay.com.sg
   National Parks Board: www.nparks.gov.sg
   Botanischer Garten: www.sbg.org.sg
   Sungei Buloh Wetland Reserve: www.sbwr.org.sg
   Gebäudebegrünung: www.skyrisegreenery.com