Unbekannter Nordwesten

Auf der touristischen Wunschliste taucht der Norden eher selten auf. Schade eigentlich, hier zeigt sich Singapur von der ländlichen Seite.
 

So viel Grün, so viel bäuerliche Idylle: Sogar Einheimische staunen hier und da über die nordwestlichen Randgebiete ihrer Insel. Die Region hat sich übrigens selbst den Titel „Singapurs Wild West“ gegeben. Das „Agritainment“ haben sie gleich dazu erfunden: „Agriculture“, also Landwirtschaft, so aufbereitet, dass es schier zum Entertainment wird.

Kranji Farmen

Am besten lässt sich das Agritainment auf den Farmen von Kranji (www.kranjicountryside.com) erfahren: Viele Farmen lassen sich gerne in die Karten – Pardon: Ställe und Felder schauen. Einige von ihnen bieten die eigenen Produkte gleich auch noch in Form kulinarischer Köstlichkeiten an. Bollywood Veggies (www.bollywoodveggies.com) beispielsweise: Alles, was hier wächst, wird zu gesunder Crossover-Küche aller in Singapur vertretenen Kulturen verarbeitet.

 

Sungei Buloh 

Noch ein bisschen wilder zeigt sich Sungei Buloh (www.sbwr.org.sg): Das 87 Hektar große Naturschutzgebiet, gegenüber dem malayischen Festland, ist ein wahres Paradies für Hobby-Ornithologen und Tierfreunde. Mehr als 200 Vogelarten leben oder rasten hier während des Vogelzugs zwischen September und April, darunter Nashornvögel, Kormorane, Eisvögel und verschiedene Adler-Arten. Vier Wanderwege und ein hölzerner „Boardwalk“-Steg führen durch die Mangrovenhaine. Wer mehr über die Bewohner des Naturschutzgebiets wissen will, sollte die audiovisuelle Show im Besucherzentrum von Sungei Buloh nicht verpassen.
 

 

HIMMLISCHES GEMÜSE

 


Grün gibt es nicht nur in Kranji… Wie wäre es mit einem Besuch der landwirtschaftlichen Felder in der Shoppingmeile Orchard Road? Was auf den ersten Blick eher unwahrscheinlich klingt, ist dennoch wahr: Hoch auf dem Dach des *SCAPE Gebäudes baut ComCrop (www.facebook.com/ComCrop) Blattgemüse und Kräuter an: Vertikal rotierende Beete sorgen dafür, dass nicht nur viele Pflanzen auf engem Raum kultiviert werden können, sondern stellen auch sicher, dass sie genug Sonne bekommen. Das Projekt soll als Vorreiter fungieren: Bisher importiert Singapur 93 Prozent seines Gemüses aus dem Ausland.